Ein bisschen schärfer gefällig? – Teil 2

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Schärfe verleiht einem Bild mehr Brillanz und „mehr Biss“. Die vollständig scharfe Abbildung eines Motivs erweckt beim Betrachter den Eindruck von Objektivität und Sachlichkeit. Sind dagegen nur Teile des Bildes gezielt scharf wird darauf die Aufmerksamkeit gelenkt. Wichtig ist aber: Das bildwichtigste Element sollte scharf sein, damit das ganze Bild als scharf empfunden wird.

In Adobe Photoshop gibt es mehrere Methoden um ein Foto in der Nachbearbeitung gezielt zu schärfen. Im Artikel „Ein bisschen schärfer gefällig? – Teil 1“ habe ich euch bereits zwei Videotutorials zur Methode Schärfen via Unscharf-Maskieren-Filter zusammengestellt.

In diesem Artikel erfahrt ihr etwas über Methode 2: Schärfen via Hochpassfilter

Zuerst kurz etwas zum Prinzip des Hochpassfilters: im Grunde genommen wird darunter ein System verstanden, das hohe Frequenzen passieren lässt und tiefe Frequenzen dämpft. Oder anders gesagt: der Hochpass-Filter erhält in Photoshop Kantendetails im angegebenen Radius, in dem deutliche Farbübergänge vorkommen, und unterdrückt den Rest des Bildes.

Oder noch einfacher formuliert: Der Hochpassfilter isoliert im Prinzip die Kanten im Bild. Somit wird die Schärfung nur dort angewendet, wo sie benötigt wird. Andere Bereiche bleiben vor der Schärfung geschützt.

Da sich dieser Filter also quasi nur auf die Kanten auswirkt, wird das Bildrauschen nicht erhöht. Ein weiterer Vorteil ist: das Schärfen wird über eine separate Ebene vorgenommen. So kann der Effekt bei Bedarf später wieder aus dem Bild entfernt werden.

Außerdem reduziert der Effekt dunkle Bereiche eines Bildes und wirkt aufgrund seiner Funktionsweise gegensätzlich zum Filter „Gaußscher Weichzeichner“.

Wie man diesen Filter anwendet wird in folgendem Artikel des Weblogs PixelGalerie einfach und verständlich erklärt: Photoshop-Tutorial: Bilder nachträglich schärfen – Schärfen via Hochpass-Filter

Neben den zwei vorgestellten, gibt es in Photoshop noch einige andere Methoden Bilder zu schärfen, wie z.B. Selektiv scharfzeichnen oder LAB-basiertes Schärfen mithilfe des Helligkeitskanals. Darüber, welche Methode die besten Ergebnisse bringt, wird viel diskutiert. Ein interessanter Thread findet sich hierzu im DSLR-Forum.

Welche man letztendlich wählt bleibt einem selbst überlassen.

Mehr zum Thema Schärfen in Photoshop findet ihr hier: http://profil27.de/2011/09/digitales-scharfen-mit-photoshop/

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Ein bisschen schärfer gefällig? – Teil 1

Rose_unscharf_scharf

Schärfe verleiht einem Bild mehr Brillanz und „mehr Biss“. Die vollständig scharfe Abbildung eines Motivs erweckt beim Betrachter den Eindruck von Objektivität und Sachlichkeit. Sind dagegen nur Teile des Bildes gezielt scharf wird darauf die Aufmerksamkeit gelenkt. Wichtig ist aber: Das bildwichtigste Element sollte scharf sein, damit das ganze Bild als scharf empfunden wird.

Man kann bereits an der Kamera einstellen, dass das Bild intern geschärft wird. Da dies jedoch motivabhängig geschieht, wird nicht immer mit der gleichen Intensität geschärft und ohne Detailverlust kann in der Nachbearbeitung nicht wieder entschärft werden. Die eindeutig bessere Möglichkeit ist also ein Bild später in der Nachbearbeitung gezielt zu schärfen.

Wie funktioniert das? – Ich stelle euch in zwei Teilen zwei Methoden vor, Bilder nachträglich mit Adobe Photoshop zu schärfen. Heute erfahrt ihr etwas zu Methode 1: Schärfen via Unscharf-Maskieren-Filter

Ich habe mich auf die Suche gemacht und 2 Videotutorials gefunden, in denen der Unscharf-Maskieren-Filter anhand von Beispielen nachvollziehbar und verständlich erklärt wird.

Videotutorial „Unscharf maskieren“ Photoshop von blende73

Was ich an diesem Tutorial gut finde, ist, dass einem zunächst gut erklärt wird, was beim „unscharf maskieren“ denn genau passiert. Nämlich: „Benachbarte Bildpunkte werden lokalisiert, die bestimmte Unterschiede in der Helligkeit aufweisen und deren Kontraste erhöht.“

In der Dialogbox des Unscharf-Maskieren-Filters lassen sich verschiedene Parameter einstellen: Stärke, Radius und Schwellenwert. blende73 gibt für jeden von ihnen eine gut verständliche Definition:

  • Stärke: „unter Stärke wird zunächst definiert, um wie viel Prozent der Kontrast von zwei benachbarten Pixeln erhöht wird“;
  • Radius: „über den Radius stellst du ein, wie viele umgebende Pixel mit scharf gezeichnet werden sollen“ -> welchen Wert man hier wählt, hängt von Auflösung des Bildes ab (wird im Tutorial genauer erklärt). Zudem gibt er grobe Richtwerte; Beispiel: z.B. 300dpi -> 1,5 bis 2,5 Pixel;
  • Schwellenwert: „bestimmt wie hoch der Kontrast zwei benachbarter Pixel sein muss, damit sie scharfgezeichnet werden. Je niedriger die Stufe gewählt wird, desto mehr Pixelpaare werden auch scharfgezeichnet.“ Je höher der Wert des Schwellenwertes, desto mehr Konzentration auf Scharfzeichnung der Kontrastkanten erfolgt.

Ab 03:54 geht er zum praktischen Beispiel über. Der Zuschauer kann die Bearbeitung eines Beispielbildes mitverfolgen und direkt den Vorher-Nachher-Effekt sehen. Insgesamt wird in diesem Teil noch einmal alles gut erklärt.

42 Photoshop Video Tutorial (deutsch) – Schärfen mit dem Filter Unscharf Maskieren – von Joe2712
von einpraegsam.de

Dieses Tutorial verdeutlicht das, was wir bereits aus anderem Tutorial wissen. Anhand eines Beispielbildes mit Flächen in verschieden Graustufen, kann man gut sehen, was jeweils bei jedem Regler passiert.

Interessant wird es nochmal ab 06:00 Min.: Jedes Bild besitzt ein gewisses Grundfarbrauschen (z.B. durch hohen ISO-Wert bei Aufnahmen in dunklen Gebäuden). Dieses soll aber nicht mitverstärkt werden. Und gerade hierfür ist der Schwellenwert wichtig. Über Schwellenwert kann man angeben, wann der Filter greift.

Eine weitere Methode, Fotos nachträglich mit Adobe Photoshop zu schärfen ist das Schärfen via Hochpass-Filter. Hierzu erfahrt ihr mehr in meinem nächsten Artikel: „Ein bisschen schärfer gefällig? – Teil 2“